Internet-C@fé‎ > ‎

Konzeption und Beschreibung

Das Internet-Café in der ev. Kirchengemeinde Bingerbrück ist 2003 als gemeinnützige Einrichtung ohne Geldmittel der Gemeinde oder der öffentlichen Hand durch Privatinitiative und fast ausschließlich Sachspenden, u. a. von Boehringer Ingelheim, Dt. Telekom Bad Kreuznach, Globus Gensingen und Bingerbrücker Betrieben wie Elektro-Laloi oder Siener-Soft und anderen entstanden.

Ziel der Einrichtung: Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien - aber nicht nur diesen – wird die Chance angeboten, PC und Internet sowie systematische Informationsbeschaffung kennen und verantwortungsbewusst nutzen zu lernen. So erwerben sie unabdingbare Grundqualifikationen als Bewerber oder Bewerberin um eine Praktikantenstelle oder einen Ausbildungsplatz. Dies geschieht grundsätzlich unter fachlicher Aufsicht und in geregelter Form. Aktuell nutzen ca. 80 Kinder und Jugendliche unterschiedlich häufig unsere Einrichtung.

Der Besuch des Internet-Cafés ist für Kinder und Jugendliche ohne eigenes Einkommen kostenfrei - aber nicht umsonst: "Bezahlt" wird mit Sozialen Talern, erworben durch Übernahme altersgerechter Aufgaben: Kinder gießen Pflanzen im Gemeindesaal, die Größeren säubern Mäuse, Monitore, Tastaturen oder helfen im Kirchgarten und beim Säubern der umliegenden Straßen.
Grundgedanke hierbei: Einüben von erwünschtem Sozialverhalten. Die jugendlichen Nutzer des Angebotes lernen, dass nicht alles umsonst zu haben ist - und auch nicht um das Geld der Eltern: Wer Leistungen der Allgemeinheit in Anspruch nehmen will, soll auch bereit sein, selbst etwas für die All- gemeinheit zu tun. Dieses Konzept erweist sich als tragfähig.

Die zweite Zielgruppe ist die Generation 50plus, von der ein erheblicher Teil beruflich oder privat noch keinen Kontakt mit dem Medium PC oder Internet hat. In zielgruppengerechten und am Nutzen für den Teilnehmer orientierten Einführungsseminaren zu Themen wie PC, Internet, eMail oder Einkaufen im Internet lernen die Teilnehmer die neuen Medien und deren Nutzungsmöglichkeiten kennen sowie sensibel und sicher anwenden.

In unserer Hardwareschmiede (Werkstatt) werden an 3 Arbeitsplätzen Hardware-Spenden entweder so aufbereitet, dass ein erneuter Einsatz möglich ist, oder sie werden zerlegt und fachgerecht recycelt.

Für alle Interessierten ist das Internet-Café an derzeit 3 Nachmittagen oder Vor-Abenden zur normalen Nutzung und zum Üben geöffnet. Immer stehen mindestens zwei fach- und sachkundige Ehrenamtliche für Fragen und Probleme zur Verfügung. Die mit über 500 Besuchen pro Jahr vertretenen jugendlichen Nutzer kommen aus der näheren Region. Die Erwachsenen Seminarteilnehmer und Besucher mit ebenfalls über 500 Kontakten p. a. kommen bisher aus einem Bereich, der sich linksrheinisch von Mainz-Finthen über Wöllstein, Bad Münster am Stein und vorderen Hunsrück bis Oberwesel und entsprechend auch rechtsrheinisch erstreckt.

Getragen wird diese Offene Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ́ ausschließlich von aktuell 14 ehrenamtlich Mitarbeitenden, denen ihr – zeitlich unterschiedliches - Engagement offenbar viel Freude macht. Weitere Verstärkung des Teams – insbesondere durch Damen! - ist dringend erwünscht. PC- und Internet-Erfahrung sind für eine Mitarbeit wünschenswert, aber zunächst nicht erforderlich; denn diese können im Laufe der Zeit fast nebenbei erworben werden. Freude am Miteinander und am Umgang mit Kindern und Jugendlichen oder Erwachsenen sind stattdessen vorrangig. Be- reits eine Stunde Mitarbeit pro Woche ist hilfreich!
Unsere Arbeit findet inzwischen auch öffentliches Interesse. Die regionale Tages- und Wochenpresse berichtet fast regelmäßig über Angebote und Aktionen in unserer Einrichtung.

Allgemein bekannt ist: Kirchengemeinden sind arm. Dies gilt auch in Bingerbrück. Die für diese Einrichtung entstehenden laufenden Aufwendungen sind für die Gemeinde nicht tragbar. PC-Seminare bieten aber die Chance zur Kostenabdeckung. Diese wenden sich überwiegend und je nach Ausschreibung an die Generation 50plus oder auch ausschließlich an Frauen aller Altersgruppen. Die Interessen und das unterschiedliche Lernverhalten dieser Zielgruppen werden besonders berücksichtigt. Öffentliche Mittel wurden bisher nicht in Anspruch genommen.

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